Özlem Alev Demirel, MdL

Özlem Alev Demirel

1984 bin ich in Malatya/Türkei geboren.

Auf Grund der politischen Verfolgung meines Vaters mussten wir als Familie 1989 nach Deutschland flüchten. Zunächst lebte ich bis 1998 in Bielefeld, wo auch meine Großeltern bereits als Gastarbeiterfamilie ansässig waren.  Ende 1998 bin ich dann mit meinem Vater und meinen beiden Brüdern nach Köln umgezogen. In Köln machte ich dann mein Abitur im Jahre 2004 und fing zum WS 2004/2005 mein Magisterstudium an der Universität Bonn mit dem Hauptfach Politik und Nebenfächern Komparatistik und Verfassungs- Sozial und Wirtschaftsgeschichte an. Ebenfalls im Oktober 2004 wurde ich als parteilose Listenkandidatin der PDS offenen Liste in den Rat der Stadt Köln gewählt.

 

Bereits als Schülerin engagierte ich mich politisch. So war ich von 1999 bis 2004 Mitglied im Landesvorstand der LandesschülerInnenvertretung Nordrhein Westfalen (LSV NW) und langjähriges aktives Mitglied im Bundesvorstand der DIDF-Jugend (Demokratik Işçi Dernekleri Federasyonu / Föderation Demokratischer Arbeitervereine). Die DIDF ist eine türkisch-kurdische MigrantInnen Selbstorganisation, die versucht das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkünfte zu stärken und den Kampf für gleiche politische sowie soziale Rechte in den Fokus stellt. Meine Schwerpunktthemen und Steckenpferde waren so auch lange Jahre Integrations- und Migrationspolitik, Antifaschismus sowie Bildungspolitik.

Ich beteiligte mich an der Organisation zahlreicher Anti- Nazi Proteste, Bildungsstreikdemonstrationen sowie den erfolgreichen Blockaden bei der Antiislamisierungskonferenz von Pro Köln im Jahre 2008.

Ebenfalls im Jahre 2008 war ich Mitglied im europäischen Friedensrat Türkei, die sich für eine demokratische Lösung der Sogenannten Kurdenfrage in der Türkei einsetzt.

Mit der Diskussion um den Zusammenschluss der beiden Parteien WASG und PDS trat ich in beide Parteien ein. 2007 war ich Mitglied des Übergangslandesvorstand beim Zusammenschluss der Parteien WASG und Linkspartei.PDS.

Ich bin Mitglied der Gewerkschaft ver.di, dem MigrantInnen Verband (GKB) und seit 2010 Mitglied im Bundesvorstand der DIDF.

Am 9. Mai 2010 wurde ich über die Landesliste der Partei DIE LINKE in den nordrhein-westfälischen Landtag gewählt. Hier war ich zunächst Sprecherin für Kommunalpolitik und Hochschulpolitik, sowie Mitglied im Wirtschaftsausschuss. Da sich aber meine beiden Ausschüsse zeitlich überschnitten musste ich den Bereich der Hochschulpolitik abgeben und übernahm für etwa 1 Jahr den Themenbereich Bauen und Wohnen und war Mitglied der Enquetekommission „Finanzinvestoren auf dem Wohnungsmarkt und Wohnungswirtschaftlicher Wandel“.

Ab dem 7. Juni 2011 bin ich Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE. im Landtag NRW.

Am 14. März 2012 wurde der Landtag mit den Stimmen aller Abgeordneten aufgelöst. Damit endete auch mein Mandat als Landtagsabgeordnete. Ich bin jedoch weiterhin Mitglied des Ständigen Ausschusses, der die Geschäfte des Landtags bis zu der Konstituierung des neuen Landtags weiterführt.

 

 

Meine Funktionen in der Fraktion (bis zur Auflösung des Landtags):

  • Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion
  • Kommunalpolitische Sprecherin der Fraktion
  • beratendes Mitglied im Ältestenrat
  • ordentliches Mitglied im Ausschuss für Kommunalpolitik
  • ordentliches Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Mittelstand und Energie

 

Meine politische Motivation:

Bereits in jungen Jahren habe ich erkannt, dass es viele Dinge gibt, die einen stören und die ungerecht sind. Für mich war immer klar, dass man sich dagegen wehren muss und dass dies nur gemeinsam mit anderen klappt. Während es in dieser Welt unglaublich viel Reichtum gibt, müssen täglich tausende Menschen verhungern. In Deutschland wächst täglich das Vermögen derjenigen, die nur ihr Geld für sich "arbeiten" lassen, während die Einkommen derjenigen, die täglich tatsächlich arbeiten müssen - oder nicht mal mehr arbeiten dürfen - immer weiter sinkt.

Die Ungerechtigkeit zu bekämpfen, faire Lebensbedingungen für alle Menschen zu schaffen ist meine Motivation. Ich habe nicht die Illusion, dass man allein durch geschicktes parlamentarisches Agieren und Taktieren fundamentale Veränderungen bewirken kann. Die Macht des Parlaments ist beschränkt, die Macht der Strasse um ein vielfaches größer. Deshalb ist es mir wichtig, dass ich die Bühne des Parlamentes nutze, um Widerstand gegen Ungerechtigkeiten in der Bevölkerung und auf der Straße zu befördern.

Mir geht es als Abgeordnete also nicht um Privilegien und Pöstchen. Mein Ziel ist es, Sprachrohr und Katalysator für den Unmut in der Bevölkerung zu sein. Ich bin für eine Bewegung, die die herrschenden Verhältnisse zum Tanzen bringt. Eine andere Welt ist nötig und möglich.

 

 Die Gläserne Abgeordnete

Monatlich
ca.   5.900 €   Nettoeinkommen 
                       (nach Abzug von Steuern, Solibeitrag, Krankenversicherungbeiträgen und
                       Abführungen an das Vorsorgungswerk des Landtags)
- ca.    600 €  Fahrtkosten                                                                                            
- ca. 1.150 €  Wahlkreisbüro und politische Arbeit (Miete, Bürobedarf, Sozialberatung, Flyer etc.)                                                
-       1.000 € Abführung Partei                                                                                         
- ca.    525 €  Spenden und Mitgliedschaftsbeiträge (Beiträge an Gewerkschaften sowie soziale 
                      karitative, kulturelle und politische Einrichtungen)
                                                                             
Das ergibt ein monatlich verfügbares Einkommen von ca. 2.625 €